Jelinek " Sinn egal. Körper zwecklos. 5-7"
theaterkombinat mit Gästen
Claudia Bosse
Dominika Duchnik
Heike Müller
Silke Rosenthal

es werden bei jeder Vorstellung alle komplett ausgewechselt und machen jedesmal etwas ganz neues. Sie haben einen Vorrat an möglichen Spielzügen, aber nichts wird, ähnlich unserer Kleidung , ganz genauso wiederholt wie es war. Nur die Zeit bedroht uns alle mit dem Vergehen! Theater darf es nicht mehr geben."

                      Elfriede Jelinek

Ansatz der Jelinek- Aktion ist es, die Arbeitszeit gleichzusetzen mit der Dauer der Theaterwerkstatt "reich & berühmt". Drei Versuche sind öffentlich. Sie stellen Annäherungen, Versuchsanordnungen zum Text dar - das Gegenteil von gesichertem Arbeiten. Ziel der Untersuchung ist es, die etwaige Einheit von Körper und Sprache völlig aufzulösen, so daß sich weder körperliche Abläufe aus sprachlichen ergeben , noch umgekehrt. Das theaterkombinat arbeitet seit 1996 im Podewil, Berlin. Beteiligt sind Regisseure, Schauspieler und bildende Künstler.

            aus der Ankündigung" reich & berühmt " ´97- II.
            Theaterwerkstatt vom 5.-11.Mai ´97,
            im Podewil, Berlin )



" Einzig Claudia Bosses " Theaterkombinat " , das sich Elfriede Jelineks Kritik am bürgerlichen Theater zu eigen gemacht hatte, und statt eine " fertige Aufführung" zu zeigen, einen öffentlichen Arbeitsprozess über die Dauer der Werkstatt installierte, forderte von den Zuschauern mehr als einfache Anwesenheit. Die gewohnte , passive Rezeptionshaltung verlassend wurden sie bei Sinn egal. Körper zwecklos zu Mitproduzenten."

                  Kathrin Tiedemann im Freitag

"Der Schlafsaal entpuppt sich bei diesem Projekt tatsächlich als inszenierter Raum. Auf den Matratzen liegt ein Text von Elfiede Jelinek " Sinn egal. Körper zwecklos." In den angrenzenden Räumen ist der Sprechchor der Spielerinnen verteilt. Jelinek beschreibt die Bühne , auf der sich die Darsteller der Spielsituation aussetzen. Diese hier stehen halbnackt im Raum, manche gänzlich entkleidet. Das Publikum wird zum Voyeur, die Akteure sind ihm ausgeliefert, ausgesetzt. Was hier nur als Blickkontakt besteht, zeigt doch für einen Moment, was im Theater bei aller Innovation unverzichtbar bleibt - einander , sich wahrzunehmen."

                Michael Freundt in Berliner Zeitung



zurück zur hauptseite