TheaterCombinat
Arbeitsjournal
4.mai
als ich meine wohnung in berlin leergeräumt hatte kam von josef ein anruf, dass dorit und susanne aus dem projekt ausgestiegen sind- die paradoxie des daseins...
jetzt wieder in wien, bereits in wohnung von angelika eingerichtet. Die panik greift um sich , ob das projekt überhaupt stattfindet. Alle sehr angespannt- man gibt gemeinsam beteuerungen,von denen jeder einzelne nicht weißob er sie halten kann. Wird dieses projekt scheitern muß ich wieder andere wege finden. Ich will einfach interessante arbeiten machen und diese auch veröffentlichen.
Die arbeit an dem fatzer text hat die gesamte situation verschärft- haltungen müssen bezogen werden.anknüpfungspunkte aus bekannter theatraler praxis fallen schwerer , reine dekorationskunst wird unmöglich und scheint schal.
Die konflikte und differenzen werden zugespitzt. Dies interessanter moment . die frage ist , bis wohin kann man gehen.
Für mich besteht im moment die schwierigkeit , dass man sich nicht im bekannten ( unserer arbeiteweise) zu sehr festhaftet. Zuviele wertungen im raum stehen , ach das ist ja theater , als disqualifizierender moment , und sich somit möglichkeiten nimmt, noch andere wege zu beschreiten.
Die gruppen dynamik nich tzu völliger über- bzw unterforderung führt. Die überschreitenden möglichkeiten bestehen bleiben , wir uns vor festsetzungen hüten.
c.b.
Versuch einer zusammenfassung von emotionen und gedanken der letzten beiden tage( 30/31.5)
Es besteht eine grosse unwilligkeit meinerseits autoritätskonflikte abzuarbeiten, der gedanke taucht auf aufgrung des zeitpunkts und der form in der dinge geäußert werden, in diesem bereich werde ich nur zornig und unwillig , sehe dinge auf eine ebene gesetzt , die mich nicht interessiert. Es grundsätzlich immer leichter etwas bestehendes zu kritisieren , als angebote produktiv zu formulieren, und dadurch veränderungen zu initiieren, manchmal fehlen gewiss die mittel, doch dann muß man besonders achtsam sein um projektionen zu vermeiden.
Wirklich ernsthafte frage, was ist konstruktive kritik und wie kann man sie lernen und was ist zelebrierte frustration, und wie lernt man dann ,die dinge genau zu belassen, auch für mich , dass man argumente einzelner, als solche belässt und nicht falsche zusammenschlüsse projeziert.
Im moment fühle ich mich arbeitslos, suche wieder nach anknüpfungspunkte, die durch das gespräch und deren dynamik verlore haben, zu einzelnen. Für mich ist diese arbeit ein sehr persöhnlicher vorgang , dazu brauche ich vertrauen, achtung, und das eine gewisse form gehalten wird um sich in der atbeit spielräume zu halten, weil es eben auch um arbeit geht und nicht um gruppen therapie, dieser verdacht hat sich ein wenig eingestellt, vielleicht auch dies wieder eine formfrage, die frage wozu jeder lust hat, s.training, finde ich eine relativ blöde, weil jeder zu etwas anderen lust hat, dann ich gehe ich doch lieber ins schwimmbad.weil ich immer denke es geht um was anderes.
Mein eindruck im moment , dass sich lustfragen und dem interesse und notwendigkeiten an einer arbeit verwischen: mich würde mehr interessieren, was jeder für fragen hat auf den arbeitsprozess bezogen und welche dinge er für die gesamte arbeit wichtig findet zu bearbeiten und in welcher weise.so eine schwiemelige demokratie ödet mich total, vielleicht weil ich solche prozesse schon kenne. Wenn jemand die verantwortung übernimmt und ein interesse bearbeiten will, stelle ich mich sofort als arbeitsmaterial zu verfügung, ich denke nur man die darf diese dinge nicht vertauschen. Das wir machen jetzt was gemeinsam finde ich nicht so interessant, die frage ist immer was.marcus bemerkte dies während des thai chi.
Ich habe im augenblick diesen maulkorb moment , so kann ich nicht arbeiten.weil es so wenig konkret auf unsere praktischen versuche bezieht( qualität , einwände gedanken zur weiterentwicklung etc)( die gedanken und effizienz immer beachten,die selbstwahrnehmung und die wahrnehmung der anderen) und deshalb für mich so unhandhabbar persöhnlich wird .
Die schwierigkeit ist die dinge zu benennen oder darauf zu reagieren in dem moment wie sie auftauchen.
Ich muß mir absolut abgewöhnen, durchhänger einzelner, jemand kommt auf die probe und man sieht das wird heut nichts, warum auch immer ,disponibel zu sein ist auch einteil von arbeit, dies auffangend, auszugleichen.sondern diese moment e sofort zurückzugeben an die eigenverantwortlichkeit des einzelnen, ohne gleich dreistündige diskussionen zu führen( worum es wirklich geht , erfährt man sowieso nur in den seltensten fällen) .die missstände des lebens werden dann in die arbeit projeziert.man könnt ja mal das leben ändern...was weiß ich.
Genug kram . vielleicht zu dem moment von produzieren von dingen, der angst vor " theater ". ich denke man muß sich flexibel halten, geschmeidig, um eine innere mechanik vom wahren moment zu vermeiden, der zwang des fühlens im augenblick. Ich denk man nur indem man auch die mechanik von zeit innerhalb der improvisationen zu verändern, dinge einfach zu machen , um dadurch landfristigmutiger zu werden, um diesem wahrheitskrampf zu entkommen, das sehe ich im übrigen als ein teil meiner arbeit .wenn ich in improvisationen eetwas eingebe an einzelne , sollte man nicht im besitz des einfalls denken , sondern als bereichernde zusamen arbeit, eine andere art der kommunikation. Das lässt bereichernde freiräume( auf beiden seiten ) und nicht ängste ,oderdas " ich wills undedingt allein erfunden haben", weil dann bin ich überflüssig, obwohl ich ständig an meiner abschaffung arbeite.das erspart mir das " darf ich das gedachte jetzt sagen oder bestätigt das wieder den vermeintlichen hierachischen druck ". das maulkorbsyndrom der letzten beiden tage.
Dann wird lust und interesse an arbeit in kontrollierten krampf vertauscht und das bereitet mir nur verspannungen im nacken
Eine andere frage ist vielleicht,was braucht man für eine notwendige probenspannung,wann erscheint etwas einfach als unterspannt und animiert nicht zum arbeiten, vielleicht andere aber nicht mich, das hängt eventuell auch mit dem unterschiedlichen tagesabläufen zusammen,da ich zu den sogenannten priviligierten gehöre und vormittags nicht arbeite, welche zigarettenpause kostet mehr kraft als sie gibt?
c.b.
I tag nach dem geburtstag von maquis de sade (3.6.99)/ bewegung 2.juni
Ich spüre ständig einen grossen verlust,ohne herauszufinden was es ist. Dieser zustand dauert nunmehr fast ein jahr, das einsetzen begann nach der fatzer arbeit in genf, als ob ich seit dem etwas verloren hätte, ohne zu wissen ,was es ist. Oder etwas sich verändert hat, die veränderung aber noch keine neue form gefunden hat. Wie wenn ich an materie verloren hätte.an stoff.
Als absenz eines teils von mir, aber wo ist er?
Eine auslöschung an sexualitität, kein ventil findend für das körperliche befinden.
Die arbeit betreffend stellt sichdie frage nach dem adressaten immer dringender.ich bewege mich wie in einer konstruktion,einem vakuum von realität.avantgardeillusionismus.habe meinen ausdruck verloren im leben , wie in der arbeit. Bin mit beidem nicht glücklich, gefordert. Wie wenn man in bahnen geht,unfähig sie zu verlassen, einem selbstgebauten klischee von arbeit, einem freiwillig gebauten käfig von dasein.hilflos andere luft zu atmen, sich in sich selbst vergrabend, meinend zu ersticken , unfähig luft zu holen.
Ich kann keine geschichten erzählen,ich habe keine geschichte und doch klebt sie auf der haut, und zeichnet dich für andere.
Zwischen aufruhr und unterdrückung - beides mit kurzem atem.nicht wissend warum.
Die unterträgliche gleichförmigkeit eines zustands
Ich würde gern ordnend eingreifen in das geschehen oder aber besinnungslos taumeln.
Das weinerliche zittern im unterleib zu einer klaren stimme erheben, aber so zittere ich vor mich hin,vergessen , das ein leib unten mich zusammenhält, die beine und den kopf.
Allen gewalten / zum trutz sich erhalten