Spiel

 

 

Das theatrale Geschehen ordnet sich nicht aus der Identifikation des Spielers mit einer Figur, nicht aus der Zuteilung der unterschiedlichen Textstrukturen  in Spielgruppen, sondern vielmehr aus einem gleichberechtigten Wechsel, Tauschen, Gegenüberstellen aller Spieler mit den Texten, bei Präzision der rhythmischen Unterschiedlichkeiten der Texte und Situationen (und Text-Variationen). Jeder Spieler soll das Ganze im Auge haben, nicht nur einen segmentierten Part, sondern alle Parts in ihrer genauen konfliktreichen Differenz. Es geht nicht um den schicksalhaften Konflikt einer Person, sondern um die Darstellung des Konflikts an sich.

 




"Der grösste fehler wäre das groteske" wären es leute in weissen arbeitsanzügen bald drei bald zwei alles sehr ernst sowie (!) akrobaten sehr ernst sind und sie nicht klowns sind die vorbilder dann können die vorgänge einfach wie zeremonien absolviert werden zorn oder reue als handgriffe der furchtbare [BOGDERKHAN] darf überhaupt keine figur sein sondern ich oder ein anderer wie eben jeder in der lage wäre sowie ein leser lesen sollen diese spieler spielen indem keiner einen bestimmten für sich oder ihn spielt sondern alle bestrebt sind die wenigen grundgedanken herauszustellen wie eine fussballmannschaft dabei ist es erlaubt dass gewisse partieen die nur voraussetzungen schaffen schnell herunter gesprochen und deklamiert werden fast ausserhalb der eigentlichen darstellung das unter den tisch fallen als stilelement alle müssen so agieren als dächten sie an anderes: nämlich das ganze."                                                                                         Bertolt Brecht  

 



 

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