Arbeitsprozess 2
Improvisation zu Fragment B27
Dunkelheit nähert. Vielleicht machen wir durch heute nacht, wer weiß. Die Konzentration, die allmähliche Stille waren Anzeichen, daß etwas unerwartetes kommt. Konstellation: Chris auf dem Dach, Tina auf dem Boden unter ihr, Andreas in der Halle schreit gegen die Tür, Tina bewegt sich schleichend auf dem Vorplatz zu Andreas hin und weg, Arno sitzt auf der Mauer beim Kies. Da gab es irgendwie so viele Möglichkeiten. Den Spielraum zum Beispiel weiter aufmachen mit dem B27. Diese verbindet einen irgendwie automatisch miteinander, so daß man den räumlichen Zusammenhang verändern könnte. Über den Text zu neuen räumlichen Gegebenheiten. Ich wußte aber nicht, welche Möglichkeit nehmen, was daraus machen - ein Impuls fehlte vollkommen - darum auch diese Überlegungen, die, anstelle eines körperlichen Agierens, mich überhäuften. Ich stand nur noch so da, war begeistert von Andreas und Chris und die anderen und die Dunkelheit, aber völlig gelähmt. Ideen waren da für Veränderung, aber mein Körper stand immobil und weigerte sich irgend etwas zu stören. Der Mut fehlte: als könnte man mit einem Schritt alles auslöschen. Luca kam, setzte sich vor Arno auf den Boden und hörte sich Fatzer an: ich will nicht / bind mich los Büsching / ... / ich bin der Fatzer usw. Das usw. hat Luca immer zum lachen gebracht. Das ist ja auch lustig.
Probenprotokoll vom 19.8.99/Maya Boesch